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Nur zwei Prozent der Schweine sind glücklich

Freilandschweineversuch in Geras erfolgreich

In Österreich werden von 3,5 Mio. Schweinen nur rund 80.000 Tiere artgerecht gehalten. Zwei von 100 Schweinen können laut Vier Pfoten als "glücklich" bezeichnet werden. Mit diesem Ansatz will die Tierschutzstiftung http://www.vier-pfoten.at einen Umdenkprozess einleiten. Erster Schritt dafür ist ein erfolgreiche Projekt in Geras, wo 60 Ferkel in der freien Natur aufgezogen wurden.

Gemeinsam mit den Partnern Ja! Natürlich http://www.ja-natuerlich.at, der Universität für Bodenkultur (BOKU) http://www.boku.ac.at , dem Stift Geras im Waldviertel und dem Ernteverband soll das Projekt der Freilandzüchtung fortgesetzt und ausgebaut werden. Der Marketingverantwortliche von Ja! Natürlich, Werner Lampert, erklärte zur Motivation für die Durchführung dieses Versuches: "Schweinefleisch ist das beliebteste Lebensmittel der Österreicher. Dennoch akzeptieren weite Teile der Öffentlichkeit bislang eine Haltung, die abgeschieden und hinter verschlossenen Türen statt findet."

Mitte Juni des heurigen Jahres wurden die 60 Ferkel versuchsweise in die Natur entlassen. Die gesammelten Daten wurden nun wissenschaftlich ausgewertet. Sigurd Konrad vom BOKU-Institut für Nutztierhaltung kommt in einem ersten Resumee zum Schluss, dass die Freilandhaltung von Mastschweinen eine Alternative sein kann, wenn die "obligatorischen Strukturen und Einrichtungen angeboten werden." Die zweite Vorraussetzung sei die Förderung von Fitness und Fleischqualität in der Tierzucht.

Im nächsten Jahr sollen in ganz Österreich mehr als 1000 Schweine, die in der freien Natur artgerecht aufgezogen werden, in die Regale der Supermärkte kommen. Vier Pfoten hat dazu eine Marktforschungsstudie in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis eine Bereitschaft von 64 Prozent aller Konsumenten, für Bio-Fleisch bis zu 20 Prozent mehr zu bezahlen, ausweist. Die Projektbetreiber verfolgen das Ziel, in den nächsten Jahren beim Bio-Fleisch einen Marktanteil von drei bis vier Prozent zu erzielen.

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